Energy-Drink Club 2000 | Energy Drink, Energydrink, Energy-Drinks, Energy-Drink, energydrinks, Imagedrink, Powerdrink, Guarana

1849 Drinks Online

Visitor Statistik:
Visits: 351903
Today: 10
Online: 1
Intro > Home > Berichte > Berichte Detail

An der Tankstelle ist der Bulle los.

Red-Bull-Erfinder Dietrich Mateschitz: Nach jahrelangem juristischen Gezerre Sturmlauf auf den deutschen Markt.

Der trinkende Bürger will weniger Alkohol, weniger Zucker. Nur manchmal kann's nicht süß genug sein. Bei der Bonner Jahresversammlung der AfG-lndustrie im Juni verbreiteten die versammelten Getränke-Hersteiler und Marketing-Fachleute zwei Glaubensbekkenntnisse.Erstens: Den alkoholfreien Getränken (Branchenkürzel AfG) gehört die Zukunft. Schnaps, Bier und Wein befinden sich auf dem Rückzug.Und zweitens: Bei Erfrischungsgetränken sind mehr Natürlichkeit, mehr Geschmack das Gebot.

Nur ein Schelm wollte daraus schließen, daß Cola und Limo, O-Saft und Iso-Drinks bislang vielleicht nicht ganz so natürlich und schmackhaft gewesen waren. Gemeint sind Verschiebungen im Markt - weg von labberigen Frucht-Nektaren und mageren Diät/Light-Getränken, dafür hin zu ColaImix, Fertigschorlen aus Mineralwasser und Fruchtsaft, aber auch zu herb-aromatisiertem Sprudel ohne Zucker.

Wenn die Verkaufsleiter derzeit Statistiken des Handels studieren, dann interessiert sie am meisten die kleine aber besonders kräftig wachsende Sparte "Alle anderen". Darin enthalten sind zuerst einmal die weithin beliebten Sportgetränke wie Isostar (vom Knäckebrot-Bäcker Wasa, einer Tochter der Sandoz-Chemie) oder Gatorade (vom amerikanischen Lebensmittel-Konzern Ouaker Oats). Aber auch der boomende Eistee gehört zu "Alle anderen" (siehe Kasten "Überraschung von vorgestern").

Noch enregender sind die Kurven der Energy-Drinks. Der Sturmlauf von Red Bull aus Österreich verschlägt alten Marketing-Füchsen immer noch den Atem. Erst im April vorigen Jahres wurde der Trunk mit der einzigartigen Gummibärchen-Note nach langem juristischen Gezerre auf den deutschen Markt losgelassen. Bis Weihnachten waren bereits elf Millionen Liter verkauft.Rasch bekam der rote Stier Begleiter: Flying Horse, Black Panther, Magic Man, X-tasy und 40 weitere Marken füllen die Regale der Verkäufer. Derzeit beziffern Marktforscher den Anteil der Energy-Drinks am AfG-Geschäft mit zwei Prozent. Doch erfassen die Ermittler der Institute Nielsen und GfK nur den Lebensmittel- und Getränkehandel. Sie müßten auch mal in Diskotheken, bei Rock-Festivals und vor allem in Tankstellen nachschauen.

In den Shops von Esso, DEA und Aral haben Red Bull und Co die lange modischen Iso-Sportgetränke fast völlig verdrängt. Preis spielt keine Rolle: Umgerechnet auf den Liter kostet die beflüüügelnde Brause gut 13 Mark, soviel vvie anständiger Sekt.

Die Hersteller tun auch etwas dafür: 1994 wurde Red Bull mit 13,4 Millionen Mark beworben, in nur acht Monaten. Als unbezahlte Verkaufshelfer wirken Verbraucherschützer, Gesundheitsämter, besorgte Eltern und Lehrer mit. Je mehr sie sich über das zahnzersetzend süße Gebräu erregen, desto mehr schlucken die Kids davon.

Professor Dr.med. Karl Weber von der Sporthochschule Köln versucht's mit einer milden Empfehlung. Er hat alle möglichen Energy und Fitneß-Drinks an Sportlern getestet und dabei festgestellt, daß nach körperlicher Hochleistung nichts den Menschen wieder so schnell auf Trab bringt wie eine Mischung aus zwei Teilen Mineralwasser und einem Teil Apfelsaft - ein perfektes isotonisches Getränk.

Nichts Neues: Die ,,Sportler-Schorle" ist schon seit Turnvater Jahns Zeiten bekannt. Für Zeitgenossen, denen das Mischen zu unbequem ist, gibt es die Kombination schon fertig, zum Beispiel als KFQ 1:3, bizzl oder Apple plus.

Behäbiger Fitmacher

Vom Institut für Sportmedizin der Universität Heidelberg liegt eine dickleibige Studie vor, die dem malzigen Gebräu kraftfordernde Eigenschaften bescheinigt: Dank reichlich Dextrose, Maltose und Vitamin B möbelt der Trank den Menschen nach Hochleistung rasch wieder auf. Da können die schicken Iso-Drinks und auch die roten Bullen nicht mithalten. Und doch ist der gesunde Schluck das Aschenputtel unter den alkoholfreien Getränken. Schon über die Bezeichnung herrscht Unklarheit: Malzbier oder Malztrunk? Jahrelang stritt sich Henninger-Bräu in Frankfurt mit bayerischen Brauern, die verhindern wollten, daß die Marke Karamalz im Freistaat als Bier vertrieben werde. Die Hessen blieben siegreich, wurden aber nicht glücklich. Der Wortteil "Bier" stiftet nichts als Verwirrung. Grundsätzlich ensteht der dunkle Drink ähnlich wie Altbier, doch wird der Sud auf null Grad heruntergekühlt, damit er nicht gart. Der süße Null-Prozenter hat mit Pils und Alt nichts gemein, steht dennoch im Laden meist direkt daneben, obwohl er bei den Sportgetränken besser aufgehoben wäre. Heute verwenden die meisten der 50 Hersteller jenen Begriff, den Henninger vermeiden wollte: Malztrunk. Der Absatz steigt nur mählich, der Sprung über die Zwei-Millionen-Hektoliter-Hürde liegt fern. Marktführer Vitamalz erreichte trotz Werbung mit Sportler-Größen voriges Jahr ein Plus von eben mal 1,7 Prozent. Da erstaunt, daß die Bitburger Brauerei auf die Marke Kandi setzt und nach einem Jahr Platz vier im Malzbier-Markt belegt.

Überraschung von vorgestern

Von einer Innovation kann keine Rede sein: Tee, leichtgesüßt, mit Zitronen-Aroma versezt und in Dosen gefüllt, gibt es in der Bundesrepublik schon lange. Bis zum Sommer 1993 langten die Verbraucher eher beiläufig hin. Dann beschloß die Union Deutsche Lebensmittelwerke in Hamburg, zu dem dieTee-Marke Lipton gehört, aus dem Nebenbei-Getränk einen Renner zu machen. Mit sieben Millionen Mark Werbung und Anfänger-Englisch ("Cools you down") wurde Liptonice in den Markt geschleudert. In wenigen Monaten waren 20 Millionen Liter verkauft. Sogleich tat sich Coca-Cola mit Nestlé zusammen und schob Nestea in Dosen nach.

1994 tranken die Deutschen 100 Millionen Liter Eistee, und Ende dieses Jahres könnten es schon doppelt soviel sein. "Markt-Überraschung" nannte die ,,Lebensmittel-Zeitung" den alten Hut.

Inzwischen tummeln sich mehr als 50 Anbieter auf dem Markt ,teilsTee-Häuser wie Teekanne oder Fruchtsaftfüller wie Merziger (zur Karlsberg-Brauerei gehörend). Die Rolf H. Dittmeyer GmbH, eine Tochter des Pampers-Konzerns Procter & Gamble, versucht mit Punica Tea & Fruit vom Sommer-Saisongeschäft wegzukommen. Hervorzuheben ist bei dieser Kreuzung aus Tee und Fruchtsaft lediglich, daß es sie auch in der Mehrweg-Flasche gibt:

Ein Geheim-Tip: Eistee kann man selbst machen: Einfach Tee kochen, Zucker und Zitrone beifügen, kalt stellen. Das ist viel billiger und hinterläßt keinen Berg Weißblech-Dosen.

© by DM 8-95





© 2000-2002 by Energy-Drink Club 2000