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SPEED! KRAFTSAFT

Tanz den roten Bullen: Energy Drinks nähren die Hoffnung, daß das Nachtleben keine Leistungsgrenze kennt.

Eine tierische Story über das Zeitalters des Biospeeds.

Life

Technology works for it. Pausenlos, unerbittlich sauber. War es nicht vorherzusehen,daß uns eines Tages ein findiger Kopf einen Supercocktail servieren würde, den wir - ausgezehrte Schreibtischhengste, nachtaktive Technokids - als legales Doping mißverstehen dürfen. Dachte vielleicht jemand, Coca-Cola sei die Endlösung der Getränkeindutstrie? Der letzte Mythos unter den Soft Drinks? Technology works.

Speed fasziert.

Früher oder später mußte er kommen, der erste Energy Drink. Wir waren nur alle zu blöd und zu satt, selbst auf diese Goldader zu stoßen.

Die Goldader lag in Japan, und der Digger, ein österreichischer Marketingfachmann, war nur einer von vielen Geschäftsreisenden, die sich in den 80er Jahren öfter im Femen Osten aufhielten. Dietrich Mateschitz, damals noch Manager bei Blendax, machte sich auch so seine Gedanken. Zum Beispiel über die Tatsache, daß Japans größter Steuerzahler ein Mister Taisho war, der weder mit Autos noch mit CD-Playem etwas zu schaffen hatte.

Mister Taisho verkaufte tonische Getränke, Edelsäfte, Muntermacher. Unter anderem auch ein hochenergetisches Gebräu, das die Aminosäure Taurin enthielt, mit einer ordentlichen Menge Koffein versetzt war, eisgekühlt serviert wurde und schlappe Schlitzaugen wieder auf Vordermann brachte.

Die Tatsache, daß Putschbomben mit ähnlichen Rezepturen im gesamten asiatischen Raum zu den absatzstärksten Getränken gehörten, belebte den Geschäftssinn des smarten Marketingstrategen: "Ich habe diesen Markt analysiert und mich gewundert, daß es diese Produkte außerhalb Asiens noch nicht gab."

Das war dann auch schon die Geburtsstunde von Red Bull, dem Original unter den europäischen Taurin Drinks.

Die Red-Bull-ldee wird jetzt zehn Jahre alt. Nach einem dreijährigen Registrierungshickhack kam der Energiespender 1987 auf den "Testmarkt Österreich" - und alsbald plätscherten die Alpendollars gewinnträchtig in die Kasse. Seit einem Jahr macht das Powergesöff auch in Deutschland die Runde, wobei in der ersten Phase 35 Millionen Dosen über die Ladentische gingen und ein Marktanteil von 60 Prozent unter den tonischen Fitmachem erkämpft wurde. Mit ein Grund dafür, daß Red Bull im Oktober erstmals die 100-Millionen-Mark-Umsatzgrenze im Geschäftsjahr sprengte.

Im Firmenstall des roten Bullen am Fuschlsee nahe Salzburg gelegen, ist denn auch die Hochstimmung spürbar. Dietrich Mateschitz hat sich hier eine funktionelle Denkwerkstatt im stil von Norman Foster zurechtgezimmert. die - wenn es nach den Vorstellungen des Oberbullen geht- so wie das Produkt selbst "die Verbindung von Geist und Körper" implizieren soll.

Der Red-Bull-Macher ist ein eloquenter Gastgeber. Ein "Sir" wie man so sagt. Einer, der im Interview zurückfragt, so wie es auch Thomas Bernhard gern getan hat. Didi Mateschitz ist der Mann im Hintergrund, bewußt medienscheu, aber alles andere als zugeknöpft. Ein innovativer Geist, der geistige Beweglichkeit, Antiautorität und Nonkonformismus als oberste Prinzipien nennt - Inhalte, die er auf Red Bull übertragen wollte.

Seinen Wundersaft bezeichnet er als "Efficiency product", einen Muntermacher ohne klar definierte soziodemographische Zielgruppe: "Es gibt eine Motivationszielgruppe. Wer immer gut drauf sein muß, fit sein muß, der wird Red Bull verwenden. Das ist nichts für die Schwachen, damit sie stark werden, sondern für die Starken, damit sie noch stärker werden.

Mit anderen Worten: Technology works. Verleiht Flügel.

Red Bull etablierte sich als High-Tech Drink für Manager, Abenteurer und alle, die sich für irgendwas in der Richtung halten. Allein die schlanke Dose ist geil, überträgt unterschwellige Botschaften. Die gewitzten Werbespots trugen dazu bei, daß der mystische Koffein Drink mit den Stoffwechselbombern Taurin und Glucuronolacton den Sprung in die Techno- und Clubbingszene schaffte.

Jetzt pirschen sich die ersten Toreros an. Eine ganze Armada an Imitationen und zeitgeistigen Abwandlungen hat sich auf die Fersen des Marktleaders geheftet.

Da wäre einmal Flying Horse, der perfekte Bullenverfolger der Innsbrucker Asinto GesmbH. Vergleicht man die Inhaltsstoffe, gibt's praktisch keinen Unterschied. Nur den Preis.

"Die Zulassung in Deutschland ging per sogenannter Allgemeinverfügung vonstatten", bestätigt Mateschitz. Deshalb kann die Rezeptur, das Produkt von jedem nachgemacht werden. Dieses Getränk ist also ein normales Lebensmittel. Jeder darf es nachahmen."

Im größeren Horizont hat ja auch Mateschitz davon profitiert. Flying Horse galoppiert eifrig dem Bullen nach und grast beständig die Energyumsatzweiden ab. Im Marketing mag das neue Pferdchen im Stall der Muntermacher auf der Fährte des Bullen traben, doch sitzen die stolzen Besitzer damit fest im Sattel. Und immer mehr Nightriders finden ihr Glück und ihren Geschmack auf dem Rücken von Flying Horse. In jedem Fall wurde das Geschäftsfeld des bislang einsamen Builen belebt.

Auf den Nachahmer Flying Horse folgen die Exoten. Und das sind nun keine bloßen Red-Bull-Plagiate mehr. Der neue Köder heißt Guarana. Guarana gilt in Südamerika als Billigdroge, wird aus einer brasilianischen Lianenart gewonnen und enthält Koffein.

Die neue Generation der Energy Drinks macht sich diesen Effekt zunutze. Eine hochprozentige Mischung wie das kürzlich auf den Markt gekommene "Guarana Cult" von VIP Relations kommt auf 340 Milligramm Koffein pro Liter - und das sprengt sogar Red-Bull-Dimensionen. Andere Wässerchen helfen sich mit teils martialischen, teils drogennahen Namen wie "Ritual" oder ."XTC", das sich als "Guarana Pure Energy Drink" versteht.

Biospeed der innovativeren Sorte finden wir auch in Drinks wie "Ginseng Complex" oder "Ginsana", die mit dem Extrakt der Ginsengwurzel veredelt werden und unbestätigten Gerüchten zufolge nicht nur gegen Erschöpfungszustände, sondern auch gegen Potenzprobleme helfen sollen. Und dann gibt es noch so erstaunliche Produkte wie "That's", das schon wieder einen neuen Muntermacher ins Spiel bringt Carnitin, ein Stoff, der die körpereigenen Energiereserven rascher mobilisieren soll. Der rote Bulle freilich rast derweil unbeirrt neuen Weideplätzen entgegen. Der Vorsprung auf die Verfolger ist beträchtlich. Noch vor dem Jahreswechsel hat man auch in der Schweiz Fuß gefaßt, 1995 sollen England und Polen folgen, dann Italien, Spanien, Frankreich.

Technology works.

Markenbewußtsein auch.

Muntermacher wie Red Bull und Flying Horse enthalten mit Taurin und Glucuronolacton zwei sogenannte Stoffwechseltransmitter, die zudem auf das zentrale Nervensystem wirken und Schadstoffe beschleunigt abbauen. Aus genau diesem Grund eignen sich die Taurin Drinks sogar als Katermittel, denn Alkohol ist medizinisch betrachtet auch ein Gift.

Die Drinks für den schnellen Kick sind ein Riesentrend. Die einen wollen Image schlürfen, die anderen denken an billige Drogen. Aber wer hat diesen Stoff wirklich nötig? In erster Linie wohl Nachtvögel und Allerweltzombies: Menschen, die von einem Rave ins nächste taumeln, Hardcore-Hacker und Barkeeper, Clubbinginvaliden und Aufrißgiganten. "Wer die Nacht zum Tag machen will, wird von Red Bull nicht enttäuscht sein",sagt Dietrich Mateschitz. Hört sich an wie eine Werbebotschaft. Ist auch eine. Wie so vieles in der Warenwelt der Säfte.

Tiger im Tank

Koffeinkick. Die typischen Energy Drinks wie Red Bull und Flying Horse weisen eine Konzentration von 80 mg Koffein (auf 250 ml) auf. Das ist eine vierfach höhere Koffeinmenge als in einer Flasche Cola und entspricht einer Tasse starkem Bohnenkaffee. Die Guarana-Getränke liegen im Koffeingehalt ungefähr gleichauf, der Kick kommt hier allerdings sanfter.

Taurinkick. Taurin ist im Grunde eine körpereigene Substanz, die dem Körper bei Überanstrengung fehlt und durch entsprechende Energy Drinks ersetzt werden kann. Es hat als konditionell-essentielle Ammosäure bei starker Erschöpfung elne regenerierende Wirkung, wirkt auch auf das zentrale Nervensystem stimulierend und baut auch Schadstoffe ab. Energy Drinks, die auf der Red-Bull-Rezeptur aufbauen, enthalten 4000 mg Taurin pro Liter.

Guaranakick. Im Naturprodukt Guarana ist Koffein enthalten, das vom Körper allerdings sehr langsam aufgenommen wird, Guaranagetränke unterscheiden sich in ihrer energiespendenden Wirkung und im Koffeingehalt sehr stark. Guarana Cult und XTC sind Power Drinks, Marken wie Guarana Verde Strong sind doch deutlich milder.

Ginsengkick. Hilft gegen nervöse Erschöpfungszustände. Je nach Zutat stärken Ginsengpräparate auch das Immunsystem und steigern - vor allem als Mischung von Ginseng-Extrakt und Zucker - ganz allgemein die Leistungsfähigkeit.

KRAFTSAFT


© by Franz Jellen ist freier Autor und verleiht Flügel





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